Es heißt: Das Leben hat sich dir geschenkt. Aber warum fragt es nicht, in welchem Dasein wir es annehmen möchten? Also ist es nicht immer ein Geschenk, sondern oft auch eine Bestrafung die alle Lebewesen hinnehmen müssen oder du hast das Glück, dass dir das Leben als Geschenk neu erschaffen wird (MS)



So ein Geschenk bekam auch ich. Ich wurde auch nie gefragt, ob es für mich auch lebenswert sein wird. Kein Wesen hat Einfluss, in welche Kategorie es rein geboren wird. Da gibt es die übergeordneten Schicksalssparten:


1 - behütet und in Harmonie aufwachsen

2 - erträglich, aber nur selten ein Hauch von schön

3 - einfach nur zu leben und jeder Tag bringt Hunger, Eingesperrtsein und Schmerzen


Nun ja, ich bin ehrlich: Die ersten Wochen nach dem Geschenk geboren zu sein, war mir um mich herum alles ziemlich wurscht und ich war glücklich. Meine Mama war da und auch meine Geschwister. Wir waren einfach nur unbeschwert, ohne Sinn für unsere Zukunft. Satt wurden wir an Mama‘s Bauch.


Schon bald änderte sich aber alles. Ich erinnere mich nicht mehr genau was passiert ist, aber plötzlich war eine meine Vorderpfoten ziemlich krumm. Ich hatte so verdammt große Schmerzen, die ich noch ausgehalten hätte. Aber man brachte mich in dem Zustand auch noch an einen einsamen Ort und überließ mich mir selbst. Das war also der Tag, an dem die mir zugeteilte Schicksalskategorie zum Tragen kam – ich hatte keinen Einfluss und Menschen die mich gefunden hatten, wollten mir auch nichts Gutes tun.


Man brachte mich an einen Ort, wo es wahnsinnig voll war mit Seelen, die aussortiert und als überflüssig abgestempelt wurden. Ihr nennt es Tierheim, ich nenne es „Ruine der verratenen Seelen“. Ihr glaubt, eure Pflicht erfüllt zu haben, wenn wir hier am Leben gehalten werden. Mein Wunsch nach wenigen Tagen war nicht der zu leben, sondern das man mich bitte einfach sterben lassen möge. Es gab hier jeden Tag heftigen Streit zwischen den Hunden, Futter wurde hingeworfen. Nur wer stark und schnell war hatte Glück zumindest ein wenig satt zu werden. Für mich jeden Tag ein Kampf ums Überleben, denn meine Schmerzen im Bein ließen mich schwach werden. Ganz furchtbar fand Tag ein Tag aus, die Zeit einfach nur auf Beton zu sitzen und vor sich hin zu starren. Keine kuschelige Hütte, kein Spielzeug, keine Spaziergänge – nichts als BETON und das ertrug ich 4 lange Jahre.


Die Jahre vergingen, bis plötzlich eine fremde Frau im Tierheim auftauchte und man holte mich aus dem Gehege. Ich weiß noch genau, dass ich mich ziemlich eingepinkelt habe, als sie sich zur mir beugte und meinen Kopf in ihre Hände nahm. Ein Gefühl, das mich für Sekunden alles vergangene vergessen ließ. Ein Glücksmoment ohne Gleichen.


Der Moment war schnell vorbei und ich wurde wieder ins Gehege gebracht. Na ja, vielleicht sollte ich ja nur erfahren welche Gefühle es geben kann, die uns aber oft lebenslang vergönnt sind.


Ich wusste da noch nicht, da sich mein Schicksal mit dieser Frau verbündet hatte und sie es sich zur Aufgabe machte, so wie es irgendwie ging, uns Tieren zu einem glücklichen Dasein zu verhelfen.

Sie kam wieder und beim letzten Besuch wurde ich in ein Auto gepackt, was gefühlt tagelang unterwegs war. Ich dachte das sei nun der Weg ins Jenseits – ich war sogar nicht einmal traurig, sondern sah es als Chance dieses üble Dasein endlich zu beenden.


Es stellte sich aber heraus, dass diese Fahrt nun der Beginn einer Schicksalsreise werden sollte. Irgendwann hielt der Wagen und ich wurde in ein Haus gebracht. Hier begrüßte mich überschwänglich eine Frau mit dem Namen Isabella.


Isabella – ein Name der für mich nun Zukunft bedeuten würde. Sie war total nett und ab dem Tag lernte ich das Leben in einem Haus kennen. Ich hab anfangs die Regeln noch nicht so ganz kapiert und habe erstmal kräftig markiert, dass nun alles meins ist. Aber insgesamt wusste ich mich wirklich gut zu benehmen, wahrscheinlich auch deshalb, weil ich unbedingt hier bleiben wollte.

Ich bekam hier regelmäßig mein Essen, jeden Tag wurde ich ausgiebig gestreichelt, wird drehten kleine Runden, die ich mit meinem Bein schaffte und das tollste war mein Platz auf dem Sofa – ich fühlte mich wirklich plötzlich wie ein König.


Nun bin ich 2,5 Monate hier bei Isabella  (seit 10/25) und feiere jeden Tag mein tolles Leben. Auch Isabella‘s Sohn und die Nachbarn und alle anderen Menschen hier lieben mich. Ich weiß ja, wie man Euch schmeicheln kann.


Jetzt habe ich mitbekommen, dass Isabella telefoniert hat, dass die Zeit gekommen sei, sich um mein Bein zu kümmern. Sie fuhr mit mir zu einer Tierärztin, die aber sofort nach der Untersuchung sagte, dass müsse sich eine Fachklinik anschauen. Sie hat zwar das Bein abgetastet und fühlt eine Platte, aber das ist wirklich nur eine Mutmaßung von außen.


Nun kommt der Tag der Wahrheit am Freitag, den 23.01.2026 – da wurde ein Termin in der Tierärztlichen Zentrum Birkenfeld vereinbart. Da werden beide Vorderbeine unter Narkose geröntgt und ich hoffe, dass es dann eine klare Aussage gibt was ggf. noch zu machen ist.


Isabella hat mir erklärt, dass es hier in meinem neuen Land doch noch Menschen gibt, die einfach nur Tieren helfen, auch wenn sie ihnen nicht gehören. Und da aber alles was für mich getan wird nur über Geld zu stemmen ist, freue ich mich über jede noch so kleine Hilfe.


Ich bekomme dann auch ein eigenes Tagebuch, in dem ihr immer nachlesen könnt was ich gerade so erlebe und wie der Plan ist, mich zu meinem vorhandenen mentalen Glück auch körperlich fit zu machen.


Euer Paw-Paw-Paul


Wer helfen möchte: Margarete Sobolewski - IBAN: DE75 3606 0591 0312 0212 51 - BIC:  GENODED1SPK

"Paw-Paw Paul "

(jeder eingehende Cent wird erfasst und nachweislich verwendet)

Seit der EU-Verordnung aus 10/25 wird häufig bei obigem Konto gemeldet, dass Konto und Empfänger nicht übereinstimmen. Trotz mehrmaligem Kontakt zur Bank konnte dort die Ursache nicht gefunden werden. Wenn ihr die richtige Kontonummer eingebt, könnt ihr die Meldung also ignorieren !


24.01.2026

Der Freitag war ein Tag den ich so schnell nicht vergessen werde. Begonnen hat er damit das ich nichts zu fressen bekommen habe. Warum auch immer, angestellt hatte ich nichts. Dann sind wir gegen Nachmittag über 1 Stunde Auto gefahren. Ich dachte, wir machen einen ganz besonderen Spaziergang irgendwo weit entfernt. Weit gefehlt - am Schild "Tierklinik Birkenfeld" bogen zu einem großen Haus ab.

Ich merkte deutlich, dass Isabella ein wenig nervös war. Empfangen wurden wir sehr herzlich und man kannte dort sogar meinen Namen. Isabella erklärte mir, dass es ein Tierkrankenhaus ist und wir noch ein wenig warten müssen, da der Doc Dr. Salomon gerade noch ein Tier operiert.

Nach einer Weile wurden wir in einen Raum gerufen und Isabella erzählte dem Doc meine bisherige Lebensgeschichte. Die war ja sehr kurz und mit 3 Worten erzählt - 4 Jahre Tierheim.

Dann habe ich eine Spritze bekommen und man sagte die kann weh tun, da in die Muskeln gespritzt wurde. Da mich aber nach Jahren mit Schmerzen so schnell nichts mehr umhaut, habe ich noch nicht mal mit der Wimper gezuckt. Alle im Raum haben mich ganz doll gelobt und waren von meiner Entspanntheit total begeistert.

Ganz schnell bin ich eingeschlafen und während dessen hat man wohl Fotos von innen von mir gemacht.  Dann wurde Isabella erklärt, dass im Bein mit den Wachstumsfugen schief gelaufen ist - aber das will der Doc noch ganz in Ruhe erklären. Da kann man eine OP machen, damit ich besser laufen kann und nicht mit den Jahren alles noch schlimmer wird.

Das aber verdammt viel Geld kosten - da ihr Menschen ja Hilfe auch immer nur gegen Geld tauscht. Aber Isabella hat mir erklärt, dass es nicht anders geht.

Tja, dass ist das was ich euch bis jetzt erzählen kann - Dr. Salomon wird sich mit dem Team TiN in Verbindung setzen und dann bekommt auch ihr alle Details genau beschrieben.

Ich muss jetzt erstmal so richtig wieder beikommen - wir waren fast 5 Stunden inkl. Fahrzeit unterwegs und das mit leerem Bauch.

Bis bald dann, Euer Paul



23.01.2026

Heute um 15.00 Uhr fahre ich mit Isabella in ein Tierkrankenhaus. Isabella sagt, die haben Maschinen mit denen man in meine Vorderbeine gucken kann. Da kriege ich was zum Einschlafen und die machen dann Bilder was da drin los ist. Ich bin etwas aufgeregt, denn komischerweise gab es heute kein Frühstück.

Ich werde aber mutig sein und Euch dann berichten was man dort über mein kaputtes Bein denkt